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Hier wird noch gebaut! Bitte kein Missverständnis: Nicht an der Internetseite wird gebaut, sondern an Kombos neuem Haus! |
"May I wash my hands?" Etwas verschämt führt mich Clarisse, das Hausmädchen, ins Haus. Zimmertüren gibt es noch nicht, als Behelf dienen mit Bindfaden befestigte Vorhänge. In einem Raum stapeln sich Plastikschüsseln, von denen sie eine mitnimmt und draußen aus einem Kanister mit Wasser befüllt. Die Toilette? In einer Ecke auf dem Grundstück befindet sich ein auszementiertes Loch, als Sichtschutz dienen Palmwedelmatten. Nebenbei: Gekocht wird auf einem Kerosinkocher, der auf der Erde steht. Das Geschirr wird draußen in Plastikbehältern kalt gespült. Der Abfall wird verbrannt, eine Müllabfuhr gibt es nicht.
K o m m e n t a r: In Kenia gibt es auf dem Lande keine Wasserversorgung, 70% der Gesamtbevölkerung lebt noch ohne Wasser und ohne Strom. Das Wasser wird von jungen Leuten per Fahrrad in Kanistern angeliefert. Irgendwo in weitem Umkreis hat man Brunnen ausgeschachtet und bisweilen auch Pipelines verlegt, jedoch fehlt die Möglichkeit der mechanischen Förderung. Zur Beleuchtung dienen Kerosinlampen, und hier wurde mir auch erst klar, warum Kombo sich eine Solarzelle wünschte, " um wenigstens eine Lampe und einen Fernseher betreiben zu können".
Gegen Mittag prasselte ein heftiger Regenschauer hernieder und vor dem Hauseingang stand sofort eine Riesenpfütze.
Ich fragte, warum man keine Dachrinne und Regentonnen verwendete, um das kostbare Nass aufzufangen,
aber so weit war man noch nicht gekommen.
Sehr schnell schien die Sonne wieder, und Clouston nahm uns mit ins "Dorf",wo er eine der Lehmhütten bewohnte.
In seiner Studierstube befanden sich ein paar Möbel, die an die
Kolonialzeit erinnerten, u.a. ein Stehpult, an dem wir uns in sein Gästebuch eintragen sollten.
Wir hatten diesen Mann gleich ins Herz geschlossen, und er uns offensichtlich auch.
Abends hatte uns Sidi eine vortreffliche Mahlzeit zubereitet. Es hat mich sehr beeindruckt, wie
man mit so behelfsmäßigen Mitteln so etwas fertigbringen kann
(ich selbst koche gar nicht gern). Kombo selbst hatte seine Safaritouristen
im Tsavo-Ost für ein paar Stunden versetzt und leistete uns
Gesellschaft. Erstaunt war ich auch, wie schnell gute Geister den Schlafraum
für uns mit einem gut bezogenen Bett und einem nagelneuen Moskitonetz
ausgestattet hatten, und ich war dankbar für die Wärme und Zuneigung, die uns zuteil wurden.
M o b i l f u n k ist in Kenia weit verbreitet. Fast jeder hat ein Handy, abgerechnet wird über Pre-Paid-Card, die Aufladung erfolgt über Autobatterien. Hier ist der technische Fortschritt spürbar. Winfrieds Handy war morgens unglücklicherweise in die Waschschüssel gefallen und unter dem Display völlig beschlagen. Hakuna matata, meinte Clouston, gib es mir, ich halte es in die Sonne und werde dafür beten! Tatsächlich war es eine Stunde später wieder betriebsbereit. Glaube kann eben doch Berge versetzen!
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Am nächsten Morgen führten Clouston und sein Sohn uns durch Kombos Ländereien,
vorbei an Maisfeldern, Cassavafeldern, Cachewbäumen und Mangobäumen, vorbei an einem Bach - Rinnsal, an dem Reis angebaut wurde,
zu einem Kokospalmenwald. Der junge Mann hatte sich beeilt und schon vorab Kokosnüsse gepflückt.
Mit einem scharfen Messer schlug er die Spitzen ab, und wir konnten die
Kokosmilch, die eigentlich nur eine erfrischende klare Flüssigkeit
ist, daraus trinken,was bei der mittäglichen Hitze eine Wohltat war.
Anschließend kletterte der Junge noch einmal auf eine Palme, um uns
zu zeigen, wie die Nüsse geerntet werden.
Da der lange Weg durch die Hitze sehr anstrengend gewesen war, erbot sich
Clouston, seinen älteren Sohn mit dem Handy anzurufen, er solle uns mit seinem Trolly
(Pritschenwagen) zum Farmhaus zurückfahren. Der kam dann auch gleich und holperte mit
uns, die wir auf der Ladefläche standen, über Stock und Stein zurück zum Haus.
Den folgenden Tag begleitete uns Sidi nach Mombasa. An der Kenyan Commercial Bank besorgten wir uns Geld, und Sidi war uns dabei eine große Hilfe. Sie kannte sich gut aus, da sie an dieser Bank arbeitet. Für unseren Besuch hatte sie sich extra Urlaub genommen! Bis zur Bushaltestelle in Kaloleni ist es gut eine Stunde zu laufen, so trat Cloustons Sohn noch einmal in Aktion und karrte uns mit dem Lorry dorthin. Von Mombasa verabschiedeten wir uns schnell, wir hatten es vor drei Jahren noch ausgiebig besichtigt. |