Mit unseren neuen Freunden im Gottesdienst

Sonntag um 10.00 Uhr brechen wir auf zum Besuch der Sunday Services in der Pentecostal Church, ein Neubau, der erst seit Anfang des Jahres steht. Wieder muss der blaue Lorry herhalten, um die Leute von der Farm zu transportieren. Alle tragen feine Sonntagskleidung, und mit Hallo geht es zur Kirche.

Musik

Cloustons Liturgie

Der schmucke Neubau will so gar nicht in die von Lehmhütten geprägte Umgebung passen. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich von den Gemeindemitgliedern und Spenden, es gibt keine Kirchensteuer. Da den Menschen ihre Religion so wichtig ist, zahlen alle, die es können, den 10.Teil, wie es die Bibel vorsieht.
Im Innern erwartet uns eine Überraschung: Es ist so laut wie in einer Disco, man singt, so laut man nur kann, und der Gesang wird begleitet von einem Keyboard und Schlagzeug. Dazu tanzt man und klatscht in die Hände. Alle Generationen, die Alten wie die Jungen, Kinder und Greise machen dabei mit. Das Spektakel will kein Ende nehmen. Schließlich beginnt Clouston eine Art Liturgie zu zelebrieren. Er wird bei der Lesung unterstützt von einer der Frauen, die in gelbgrüne Gewänder gekleidet sind, wohl eine Art Messdienerinnen. Da alles in Suahili gesprochen wird, können wir nichts verstehen, aber unser Banknachbar versucht uns den Inhalt auf Englisch zu erklären.
Nach der Lesung stehen einige Leute auf und tragen ihre persönlichen Anliegen vor Gott. Die Gemeinde und die Instrumente nehmen ihre lautstarke Musik wieder auf. So geht es schon über eine Stunde, ein Ende ist nicht abzusehen. Endlich beginnt der Prediger, Cloustons Sohn, seine Predigt mit viel Pathos und lebhaften Gesten. Erst nach drei Stunden sind wir erlöst.
Winfried überreicht Clouston auf der Kanzel eine Spende und erntet frenetischen Beifall. Als sich die Menschenmasse langsam nach draußen bewegt, werfe ich unsere restlichen Kulis unter die Kinder, die nun wieder lautstark darum kämpfen. Die Erwachsenen umjubeln uns und wollen alle mit Handschlag begrüßt werden. So viel Ehre wurde uns noch nie zuteil!

Eine solche Art von Gottesdienst ist für uns gewöhnungsbedürftig, aber man darf nicht vergessen, dass die Mentalität der Kenianer eine andere ist. Übrigens erfuhr ich später von einem Lutheraner, dass in der lutherischen Kirche der Ablauf der gleiche ist, es handelt sich hier also nicht um eine Besonderheit der Pfingstgemeinde.
Wo so viele Herzen Gott entgegenschlagen, sollte man meinen, dass er auch das Beste mit seinen Kindern im Sinn hat! Das Beste ist eben nicht immer unser Luxus und es sind nicht die vielen technischen Möglichkeiten, die sich uns bieten.

Unser Lorry streikte diesmal, aber schnell stand ein anderes Pritschenfahrzeug bereit, das, beladen bis zum Rand, die vielen Menschen wieder in ihre Häuser und Dörfer zurückbrachte.
Nachmittags hatte auch Kombo endlich frei, nur blieb uns nicht mehr viel Zeit für das Beisammensein. Wir mussten unsere Koffer packen, denn den nächsten Tag wollten er und Sidi uns nach Taveta an die tansanische Grenze bringen. Die Safari wartete und damit die zweite Reiseetappe. Etwas traurig waren wir beim Abschied von all den lieben Menschen, die wir kennengelernt hatten und die uns einen wunderschönen Aufenthalt bereitet hatten. Hoffentlich kein Abschied für immer!

 Die Spende

Nach der Kirche

Zur Tansania - Safari

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