Bericht unserer Reise durch Tansania

An der tansanischen Grenze heißt es von Kombo und Sidi Abschied nehmen.

Hier ist unser tansanischer Fahrer Frank

Wir waren pünktlich um 6.00 Uhr in Rabai aufgebrochen und gegen 11.00 Uhr bei Taveta an der tansanischen Grenze. Zwischen Kenia und Tansania liegt ein mehrere Kilometer breiter Streifen Niemandsland. Hier herrschte ein reger Fahrradverkehr in beide Richtungen. Auf unsere Frage erfuhren wir, dass Einheimische sich damit Geld verdienen, Grenzgänger samt Gepäck mit dem Fahrrad durch das Niemandsland zu transportieren.
Die Grenzformalitäten waren rasch erledigt, und wir waren erstaunt, dass die Straße über Moshi nach Arusha in recht gutem Zustand war. In dem großen Safariwagen hatten wir reichlich Platz und hätten uns eigentlich gern erst mal ausgeruht, aber bei Moshi schickte uns Frank gleich in einen Curioshop. Gelangweilt saßen wir draußen in der großen Hitze, denn so etwas haben wir schon zu oft gesehen. Die Städte Moshi und Arusha beeindruckten uns auch nicht besonders, viel Lärm, viel Schmutz und die Horden von Bettlern: Das gibt es überall, im Orient, in Afrika und anderswo auf der Welt. Besser war da der Blick auf die vielen Kaffeeplantagen am Straßenrand. Vom Kili konnten wir nichts sehen, die Berge waren völlig in Wolken gehüllt. In den Plains jenseits der Städte gab es viele Maasais mit ihren Viehherden. Frank riet uns ab, für Fotos anzuhalten, da wir ja schon von der Bettelei in den Städten so genervt waren. Am Spätnachmittag erreichten wir das Lake Manyara-Hotel. Nach einem erfrischenden Begrüßungstrunk ging es erst mal ans Großreinemachen: Fast eine Woche keine Dusche...das wurde dringend Zeit!

Vom Balkon aus zeigte sich uns der Lake Manyara in blauem Dunst, es wurde bereits dunkel. Im gemütlichen Speiseraum wartete das Dinner, und anschließend gingen wir ins Bett, der nächste Tag sollte wieder lang werden.

 

Wir brachen früh auf, wollten wir doch an diesem Tag noch die Seronera- Wildlife-Lodge in der Serengeti erreichen. Bei dem kleinen Ort Karatu wurde die Straße sehr schlecht, und so sollte es auch die nächsten Tage bleiben. Dafür gab es unvergessliche Ausblicke auf die tansanische Bergwelt. Die Straße führt durch den Ngorogoropark in steilen Windungen nach oben, bis sich auf der Höhe des Passes ein unbeschreiblicher Ausblick auf den Ngorogorokrater öffnet. Der Besuch des Kraters war erst für den Rückweg vorgesehen. Bis zur Serengeti-Ebene fällt die Passstraße steil ab, und immer wieder auf der Fahrt durch das Gebirge tauchte der glitzernde Salzsee des Kraters tief unter uns auf. An den spärlich bewachsenen Berghängen grasten vereinzelt Giraffen, Zebras und Antilopen. Hinter der Olduvai-Schlucht, die auch erst später auf dem Programm stand, traten die Berge langsam zurück und machten den riesigen Serengeti-Plains Platz.

Links: Der Ngorogorokrater
Rechts: Paviane am Wegesrand

In der Serengeti waren die Pisten oft so ausgefahren, dass Frank den Wagen durchs Gelände steuern musste. Ich war froh, auf dieser Reise nicht selbst am Steuer zu sitzen und dachte zurück an unsere früheren Reisen, wo mir das Steuer auf dem "Waschbrettmuster"oft aus den Händen zu gleiten drohte. Diesmal stand ich nun genüsslich bei geöffnetem Verdeck und ließ mir den Wind um die Ohren wehen.
Frank war solche Fahrten gewöhnt, er ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Überall tauchten bereits Weidetiere auf, aber mit Fotos ließ ich mir heute Zeit, wir hatten ja noch zwei Tage Safari in der Serengeti vor uns.
Kurz bevor wir unsere Lodge erreichten, sahen wir drei Löwen, die ein Zebra erlegt hatten. Leider wurde es schon dunkel und die Tiere waren auch recht weit weg, so verzichtete ich auf das Foto.
Die Lodge war sehr gefällig angelegt, in den Fels eines Kopjes hineingebaut. Kopjes sind große Steinhügel vulkanischen Ursprungs, die überall in der Serengeti zu finden sind. Um den Speiseraum zu erreichen muss man durch einen Höhlengang kriechen und mehrere Treppen überwinden, aber dann hat man einen guten Ausblick auf die Savanne.
Die nächsten Tage verliefen so, wie man es kennt: Morgens Safari, Essen, Relaxen, nachmittags die nächste Safari, und immer fleißig Fotos schießen!
Aber die Mühe hat sich gelohnt: Nirgendwo auf unseren Reisen haben wir so riesige Tierherden gesehen wie in der Serengeti. Die Artenvielfalt war nicht größer als anderswo, aber die Tiere traten in anderen Nationalparks mehr vereinzelt auf. Hier nun fühlten wir uns wirklich wie im Paradies. Auch bekamen wir hier reichlich Löwen wie auch Geparden zu sehen, mit denen wir bislang nicht viel Glück hatten.

Vor dem Abschied aus der Serengeti erlebten wir noch einen prachtvollen Sonnenaufgang, und nach einer letzten frühmorgendlichen Pirsch ging es den gleichen Weg zurück, vorbei an der Station des World Wildlife Funds und dem Denkmal für Vater und Sohn Grzimek zur Olduvai-Schlucht, wo die Leakeys die wahrscheinlich ältesten menschlichen Relikte gefunden haben. Ein kleines Museum veranschaulicht an einem Modell die Entwicklung des Menschen und zeigt Nachbildungen der Funde. Die Fundstelle ist eine kraterförmige Schlucht, in der heute die Maasai ihr Vieh weiden lassen.

Blick auf die Olduvai-Schlucht

Als wir gegen Abend die Ngorogoro-Wildlife-Lodge erreichten, zogen bedrohliche schwarze Wolken auf. Wir konnten von unserem Zimmer aus noch den Blick auf den Krater genießen, aber am nächsten Morgen waren die Berge verhangen und der Regen prasselte hernieder. Wir bangten schon um unseren geplanten Aufenthalt im Krater, aber erstaunlicherweise war es unten im Krater trocken und heiß.


Hier noch einmal ein Blick auf die grandiose Bergwelt des Ngorogoro und die in den Wolken untergehende Sonne.

Angesagt war eine Ganztagssafari im Krater, abends mussten wir wieder im Manyara-Hotel sein.
Unter der Tierpopulation des Kraters fallen besonders die Gnus und Zebras auf. Eine solche Fülle von Gnus hatten wir selbst auf unserer ersten Keniareise, als wir zufällig Zeugen der Gnuwanderung in der Massai Mara wurden, noch nicht gesehen. Damals konnten wir die Tiere nur aus der Ferne betrachten, diesmal waren wir mitten unter ihnen. Mehr über die Tiere der Kratersafari bei den Tierfotos!
Zum Manyara-Hotel war es nicht mehr weit, und am nächsten Morgen brachen wir früh auf zum Lake Manyara. Dieses Gebiet ist von tropischem Regenwald geprägt, wo uns noch einmal ganz nah Elefanten begegneten. Um den See herum gab es dann alles Erdenkliche an Vögeln und viele Flusspferde. Im Regenwald ist die Tsetsefliege verbreitet, vor der Frank eine panische Angst hatte. Immer wieder gab es eine Vollbremsung und einen harten Schlag mit unserer Landkarte...Wieder ein Viech tot! Die haben keine Gelegenheit bekommen, uns zu stechen!
Nachmittags ging es dann weiter nach Arusha, wobei sich uns der Mount Meru nun endlich in voller Pracht zeigte. Das Arusha-Resort-Center war ein ganz mieses Hotel, aber auch so etwas muss man mal mitmachen. Morgens brachte uns Frank zurück an die Grenze bei Taveta, und auf dem Weg dorthin sahen wir nun auch den Kilimanjaro. Leider wurden die Fotos durch Telegrafendrähte verunziert, was sich auch nicht ändern lässt. Von Frank hieß es nun Abschied nehmen. Etwas Wehmut kommt immer auf, man wird sich wohl kaum wiedersehen. Er war ein guter und sympathischer Fahrer, der uns auch viel über die Tiere erzählt hat. Freunde von Kombo holten uns an der Grenze ab und brachten uns nach Mombasa in ein Hotel, das dem in Arusha nicht viel nachstand. Wir waren froh, am nächsten Tag zum Bokoboko weiterreisen zu können.

Mount Meru und Kilimanjaro

Zu den Tierfotos!

Heia Safari!